Zensus 2011

Wie viele Bürger hat Deutschland? Wo leben sie? Und wie? Der Staat will es genau wissen: Erstmals seit 1987 werden im großen Stil Informationen über die Lebensumstände der Bundesbürger abgefragt. 

Die zurzeit durch die Fortschreibung ermittelten Bevölkerungszahlen von der amtlichen Statistik sind vermutlich deutlich überhöht. Doch sind genaue Bevölkerungszahlen für eine Vielzahl von Bereichen von Bedeutung, z. B.:

• Finanzausgleich zwischen den Bundesländern
• Einteilung der Bundestagswahlkreise anhand der Einwohnerzahlen
• Planung neuer Schulen, Krankenhäuser und Einrichtungen für ältere Menschen.

Fehlen verlässliche Bevölkerungszahlen, kann es zu Fehlentscheidungen kommen. Aus diesem Grund kommt es 2011 zur einer Volks- und Wohnungszählung, der Zensus 2011.

Die EU-Verordnung Nr. 763/2008 vom 9.7.2008 verpflichtet die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dazu, Daten anhand eines festgelegten Katalogs von Merkmalen im Jahr 2011 zu erheben. Damit werden die Ergebnisse EU-weit vergleichbar sein. In Deutschland ist dazu am 16.7.2009 das Gesetz über den registergestützten Zensus im Jahr 2011 in Kraft getreten. Es legt fest, wie der Zensus 2011 von der amtlichen Statistik in Deutschland durchgeführt wird.

Am 9.5.2011 findet diese Zählung statt. Es sollen aber vor allem Verwaltungsregister zur Gewinnung der Daten genutzt werden.
Da in Deutschland kein einheitliches Register über Gebäude und Wohnungen existiert, werden im Rahmen der Gebäude- und Wohnraumzählung des Zensus alle Immobilieneigentümer verpflichtet, über Gebäude und Wohnungen Auskunft zu erteilen.

Auskunftspflichtig für die Erhebungen nach § 6 (Gebäude- und Wohnungszählung) und § 14 Abs. 3 ZensG (Ergänzende Ermittlung von Anschriften von Gebäuden mit Wohnraum und von bewohnten Unterkünften) sind die Eigentümer und Eigentümerinnen, die Verwalter und Verwalterinnen sowie die sonstigen Verfügungs- und Nutzungsberechtigten der Gebäude oder Wohnungen (§ 18 Abs. 2 ZensG).
Es gilt nach § 18 Abs. 2 Satz 5 ZensG 2011, dass WEG-Verwaltungen, die keine Angaben nach § 6 Abs. 2 oder 3 ZensG 2011 machen können, verpflichtet sind, Angaben zu den Namen und Anschriften der Eigentümer zu erteilen. Daneben besteht eine Verpflichtung aller auskunftspflichtigen Personen, die nicht über die zur Erteilung der Auskunft nötigen Informationen verfügen, eine auskunftspflichtige Person nach § 18 Abs. 2 Satz 1 und 2 ZensG 2011 zu benennen.

Die Beantwortung der Erhebungsmerkmale "für die Wohnungen" kann der WEG-Verwalter jedoch nicht immer vollständig leisten. Manchmal fehlen die Zahlen der Bewohner und Räume. Hier wird der Verwalter mit dem entsprechenden Wohnungseigentümer sicherlich Rücksprache halten.

Im Einzelnen werden für das Gebäude abgefragt:

• Anschrift, Gemeinde, Postleitzahl, Straße und Hausnummer
• Eigentumsverhältnisse des Gebäudes
• Art des Gebäudes, z. B. Wohngebäude,
• Gebäudetyp, z. B. Einzelhaus, Doppelhaus
• Anzahl der Wohnungen im Gebäude (nicht gesamte WEG!)
• Heizungsart, z. B. Etagenheizung
• Baujahr

Für jede Wohnung im Gebäude werden abgefragt:

• Art der Wohnungsnutzung, z. B. vom Eigentümer bewohnt
• Eigentumsverhältnisse der Wohnung
• Wohnungstyp, z. B. Ferien- oder Freizeitwohnung
• Belegungsstatus, z. B. Leerstand
• Fläche der Wohnung
• Zahl der Räume
• WC in der Wohnung
• Badewanne oder Dusche
• Anzahl der Bewohner
• Namen und Vornamen von bis zu 2 Wohnungsnutzern

Mehrere Gutachten bestätigen auch, dass weder verfassungsmäßige noch europarechtliche oder datenschutzrechtliche Bedenken dem Zensus 2011 entgegenstehen. Im Ergebnis müssen daher die Verwalter und Eigentümer der Wohnungen und Gebäude die erforderlichen Angaben machen.